„Kontinuität, Vereinstreue und ein klarer Durchlauf“
Mario Langner muss man beim SFC Stern 1900 nicht lange vorstellen. Der 51-Jährige ist „schon ein paar Jährchen im Verein“, wie er selbst sagt. Tatsächlich kennt er auf dem Sterner fast jeden – und fast jeder kennt ihn. Rund 15 Jahre spielte Langner selbst für die Männer des Steglitzer Fußballclubs. Nun übernimmt er als sportlicher Leiter Verantwortung für den Bereich, der ihm seit langem am Herzen liegt. Und: Er ist selbst noch aktiv, steht in der Ü40 für Stern auf dem Platz.
Es ist eine Besetzung mit Stallgeruch. Langner wurde einst beim damaligen VfB Lichterfelde ausgebildet, spielte später beim 1. FC Neukölln und wechselte anschließend zum SFC Stern 1900. Von dort zog es ihn zwischenzeitlich zum Lichtenrader BC und zu Union Fürstenwalde, ehe er zurückkehrte. Insgesamt riss der Kontakt zum Verein jedoch nie ab.
Seit dem Winter ist Langner wieder ganz nah an der Berlin-Liga-Mannschaft. Auslöser war ein tiefgreifender Umbruch: Nach einem Trainer- und Funktionsbeben wurden der damalige sportliche Leiter Erdogan Dogan sowie die Trainer-Entourage entlassen. In dieser Phase sprang Langner ein, unterstützte an der Seite von Andi Thurau und half, die Lücke zu schließen. Als Vorstand Roman Rießler ihn schließlich fragte, ob er sich den Posten des sportlichen Leiters vorstellen könne, musste Langner nicht lange überlegen.
Langner will auch an der Außendarstellung feilen
Sein Auftrag ist klar: Stern soll sportlich wieder stabiler, verlässlicher und nach außen sichtbarer werden. „Kontinuität, Vereinstreue und ein klarer Durchlauf“, so fasst Langner seinen Ansatz zusammen. Gemeint ist vor allem: Spieler, die im Jugendbereich ausgebildet werden, sollen auch eine echte Perspektive für die erste Mannschaft bekommen. Identifikation soll nicht nur behauptet, sondern wieder erlebbar werden. Am vergangenen Wochenende spielten bereits die A-Junioren Luan Midzaiti (Bild, Ralf Seedorff) uund Ismar Hodzic für die Erste Männer. Das soll künftig eben Schule machen.
Insgesamt denkt Langner nicht nur an die Berlin-Liga-Männer. Er sieht auch die A- und B-Junioren in seinem Verantwortungsbereich, vereinzelt auch die C-Jugend. Dort müsse die Basis gelegt werden. Trainer sollen enger miteinander sprechen, Übergänge klarer werden, der Verein insgesamt mehr aus einem Guss arbeiten.
Sportlich benennt Langner konkrete Ziele: Die A-Junioren sollen in der Regionalliga gehalten werden, die B- und C-Junioren perspektivisch in die Verbandsliga. „Wenn wir das schaffen, sind wir super aufgestellt im Bezirk“, sagt er. Vor der Konkurrenz, gerade aus Lichterfelde, brauche sich Stern nicht zu verstecken.
Eine der größten Aufgaben bleibt kurzfristig der Kader der ersten Männer. Nach dem schweren Aderlass im Winter muss für die kommende Saison eine tragfähige Mannschaft zusammengestellt werden. Parallel sieht Langner bei den A-Junioren in der Regionalliga einen wichtigen sportlichen Wert für den Verein – allerdings nicht um den Preis großer Fluktuation, wie sie zuletzt zur Winterpause zu beobachten war.
Langner: "A2 oder B2 sind nicht weniger wichtig"
Wichtig ist ihm dabei der Blick auf alle Mannschaften. Erste Männer und Regionalliga-A-Junioren seien Aushängeschilder. Das bedeute aber nicht, dass zweite A- oder B-Teams weniger zählen. „Man weiß nie, wer wann welchen Leistungsschub macht“, sagt Langner. Wer künftig bei Stern im Jugend- oder Herrenbereich das Trikot trägt, soll Teil eines gemeinsamen Weges sein.
Auch außerhalb des Platzes will Langner etwas bewegen. Ihn stört, etwa dass bei fast 1000 Mitgliedern teilweise nur ein paar Dutzend zu den Spielen kommen. Das Umfeld müsse wieder einladender werden. Auch das Vereinsleben soll stärker in den Mittelpunkt rücken. Das Vereinslokal sei eigentlich „sehr cool“, sagt Langner – doch inzwischen säßen dort mehr Skatspieler als Fußballer.
Mario Langner übernimmt also keinen Schreibtischposten. Er übernimmt eine Aufgabe, die sportliche Planung, Nachwuchsarbeit, Identifikation und Vereinsleben miteinander verbindet. Oder einfacher gesagt: Stern soll wieder stärker nach Stern aussehen.
