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1. Herren
Dienstag, 18.02.2025 15:15 Uhr

Stern verspielt Sieg gegen die Spandauer Kickers

Schon nach dem 2:2-Ausgleich für Spandau durch Okan Tastan (87.) kurz vor Schluss lagen einige Steglitzer Kicker völlig konsterniert im Strafraum auf dem Boden, konnten das Geschehen auf dem Kunstrasen am Brunsbütteler Damm nicht fassen. Doch es kam noch schlimmer: In der 94. Minute versenkten die Hausherren einen Handelfmeter zum 3:2 und stürzten die 1900er endgültig ins Tal der Tränen. „Richtig bitter“, konstatierte Trainer Maxi Obst nach dem Drama. Seine Spielanalyse war dann auch schonungslos ehrlich, niedergeschlagen wirkte er aber keineswegs.

Spandauer Kickers

1. Mannschaft

3:2

SFC Stern 1900

1. Herren

Leicht war es nicht, eine Stimme aus dem Sterner Lager zu bekommen. Der stellvertretende Kapitän Flo Medrane äußerte sich dann doch: „Eigentlich wollte ich heute nicht mehr über Fußball reden heute, etwas Abstand gewinnen“, sagte er. „Das tut weh.“

Schlimmer als die Niederlage an sich war für den Flügelspieler dabei ihr Zustandekommen. „Wir gehen mit einem 2:0 in die Schlussphase und da war ich mir sicher: Das wird was. Weil dem Gegner zu diesem Zeitpunkt in der Offensive nichts mehr eingefallen ist.“ Warum es anders kam? Stern holte die Kickers einfach selbst zurück ins Spiel. Ein holpriger Rückpass von Phillip Vogel rutschte Keeper Boyo Dickersbach über den Schlappen. Malick Fall hatte den Braten gerochen und staubte ab: 1:2, 74 Minuten waren gespielt.

„Und dann weißte ja, wie’s im Fußball ist“, sagte Medrane. „Das Momentum kippt, der Gegner wittert Morgenluft und dann kriegst du eben noch ein dämliches Gegentor.“ Lange war der Ball bei selbigem von der rechten Seite in Richtung Tastan unterwegs. Im Abwehrzentrum stimmte aber das Stellungsspiel nicht, also konnte der Spandauer Torjäger die Kugel annehmen, einen Sterner aussteigen lassen und in die kurze Ecke zum Ausgleich treffen.

Medrane berichtete von einer „chaotischen ersten Hälfte, mit vielen Karten und Meckerei von außen und den etwas besseren Torchancen für die Kickers“. Trotzdem sei das 0:0 zur Pause auch leistungsgerecht gewesen. Zwei Standards aus dem Halbfeld, beide von Luca Rohr gefährlich von der rechten Seite zum Tor hin getreten, bescherte Stern dann nach dem Seitenwechsel den Doppelschlag. Erst stieg Tim Schönfuß-Hahm am Elfmeterpunkt am höchsten und legte per Kopf halbrechts auf Jule Hartmann ab, der den Ball rechts unten einschob (59.). Dann markierte Nicolas Fäßler direkt per Kopf das 0:2 – Saisontreffer Nummer neun (64.).

Der Knock-out für die Steglitzer passte dann zum folgenden Verlauf der Partie. Buchstäblich die letzte Flanke der Gastgeber von der rechten Seite sprang Hartmann an die Hand: Elfmeter. Jack Krumnow nagelte die Kugel links oben in den Knick (94.). „Zum dritten Mal vergeigen wir einen sicher geglaubten Sieg gegen Spandau. Das ist ja fast traumatisch“, schimpfte Medrane.

„Unsere erste Saisonniederlage. Der Verlauf ist bitter, aber wir wussten, dass sie kommen wird“, sagte Obst auf dem Weg nach Hause von diesem Berlin-Liga-Krimi. „Ich denke, es lag an der fehlenden mentalen Stärke. Auch wenn der Gegner den Anschlusstreffer erzielt, auch wenn das Momentum kippt, musst du trotzdem dein eigenes Spiel aufsetzen und durchziehen. Wir hatten in dem Moment zu viele Spieler, die sich rausgenommen haben, anstatt eine Schippe draufzulegen. Da hat uns einfach die Reife gefehlt.“ Sauer wirkte Obst keineswegs und auch nicht frustriert. „Wir haben ja trotz allem eine junge Truppe am Start. Gerade die Spieler, die eingewechselt wurden, sind sehr jung. Von dem her bin ich insgesamt mit dem Spiel gar nicht mal so unzufrieden.“

Jetzt gelte es, auch in den kommenden Wochen so hart zu arbeiten wie bisher. „Wir wissen ja auch, dass wir noch nicht da sind, wo wir hinwollen. Das wird dann hoffentlich in zwei, drei Wochen so weit sein. Wir gehen jedenfalls zuversichtlich in die nächste Woche“, so Obst.

Der Nimbus der Unbesiegbarkeit ist gebrochen, der direkte Vergleich mit Spandau verloren, Klassenprimus Croatia auf vier Punkte enteilt. Das liest sich nicht gut für Sterner Fans, ist aber auch kein Beinbruch. Die Saison ist noch lang und wer weiß? Vielleicht liegt Stern die Verfolgerrolle ohnehin besser.