Stern lässt Blau-Weiß 90 keine Chance
Starke Vorstellung beim 4:0 gegen Blau-Weiß 90 Berlin – Da Silva Co an drei Treffern beteiligt, Fürstenau hält erneut einen Elfmeter
Der SFC Stern 1900 hat ein matt wirkendes Team von Blau-Weiß 90 Berlin mit 4:0 (3:0) besiegt und dabei eine seiner überzeugendsten Saisonleistungen gezeigt. Die Mannschaft von Trainer Jeremy Kaatz dominierte vor allem die erste Halbzeit nahezu nach Belieben, kombinierte sehenswert und setzte die Gäste immer wieder unter Druck. Auch nach dem Seitenwechsel, als Blau-Weiß zwischenzeitlich besser ins Spiel fand, blieben die Steglitzer offensiv gefährlich und hätten das Ergebnis in der Schlussphase sogar noch höher gestalten können.
Stern von Beginn an hellwach
Die Gelbhemden machten vom Anpfiff weg deutlich, wer auf dem Sterner das Kommando übernehmen wollte. Schon nach drei Minuten traf Kenedy Da Silva Co nach Vorarbeit von Mik Dankou das Aluminium, stand dabei allerdings im Abseits. Kurz darauf zwang der Angreifer Blau-Weiß-Keeper Michael Hinz mit einem sehenswerten Schuss zu einer Glanzparade.
Foto: Matthias Vogel
In der zehnten Minute belohnte sich Stern für den druckvollen Beginn. Ein langer Ball in die Tiefe geriet etwas zu weit, doch Da Silva Co setzte konsequent nach. Hinz wollte in Höhe der Strafraumkante klären, schoss dabei den Stern-Angreifer an, von dem der Ball ins Tor prallte. Ein glücklicher Treffer, der angesichts der klaren Überlegenheit allerdings keineswegs unverdient war.
Foto: Matthias Vogel
Stern spielte weiter mutig nach vorne. Besonders über die Außenbahnen entwickelten die Gastgeber gefährliche Angriffe. So setzte sich Nazarii Yakovenko nach einem Zuspiel von rechts an der Strafraumkante geschickt durch, doch erneut verhinderte Hinz mit einer starken Parade einen weiteren Gegentreffer.
Fürstenau pariert, Stern zieht davon
Fast aus dem Nichts bot sich Blau-Weiß nach rund 27 Minuten die große Gelegenheit zum Ausgleich. Nach einer Ecke kam Mattis Daube im Strafraum zu Fall, der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter. Gästekapitän Fabian Engel schoss flach in die aus seiner Sicht linke Ecke, doch Elias Fürstenau tauchte blitzschnell ab und parierte. Bereits zum zweiten Mal innerhalb einer Woche hielt Sterns Schlussmann damit einen Strafstoß.
Foto: Matthias Vogel
Nur sieben Minuten später erhöhte Stern auf 2:0. Da Silva Co eroberte beim behäbigen Spielaufbau der Gäste den Ball weit in deren Hälfte, ging einige Meter und legte quer auf Enes Schick. Der vollendete aus rund elf Metern sicher (34.). Kurz darauf musste Sterns Coach Jeremy Kaatz erstmals wechseln. Für den offenbar angeschlagenen Philipp Olsowski kam Colin Drost (35.).
Noch vor dem Seitenwechsel folgte der dritte Treffer. Wieder bewies Da Silva Co seine Klasse, ließ im Strafraum einen Gegenspieler aussteigen und legte anschließend quer auf Fynn Gersch. Der musste nur noch einschieben. Mit einer hochverdienten 3:0-Führung ging es in die Kabinen.
Gäste kommen besser aus der Pause
"Ich habe an die Mentalität appelliert. Fußballerisch war ich hoch zufrieden", kommentierte Kaatz in der Pause seine Kabinenansprache. "Habe ihnen gesagt, dass Blau-Weiß nun alles reinhauen wird und dass wie noch nichts gewonnen haben." Prompt zeigte sich Blau-Weiß zunächst deutlich verbessert. Die Gäste schoben weiter nach vorne und kamen in der 51. und 52. Minute zu guten Möglichkeiten. Unter anderem ging ein Kopfball aus aussichtsreicher Position über das Stern-Tor.
Foto: Matthias Vogel
Doch auch die Steglitzer blieben gefährlich. Nach einem schön vorgetragenen Angriff über beide Seiten verhinderte ein Blau-Weiß-Verteidiger mit einer Rettungstat gegen Yakovenko den nächsten Treffer. Wenig später strich ein Kopfball nach einer Ecke knapp am Tor vorbei.
Can trifft nach seiner Einwechslung
In der 65. Minute schwächten sich die Gäste zusätzlich. Guilherme Oliveira sah nach wiederholten Foulspielen die Gelb-Rote Karte. Vier Minuten später erhöhte Stern auf 4:0. Nach einem schnellen Gegenangriff über die linke Seite zog Yunus Can nach innen, ließ seinen Gegenspieler stehen und zimmerte den Ball mit einem wuchtigen Schuss ins kurze Eck (69.). Für den gerade eingewechselten Blau-Weiß-Torwart Max Anton Oberbach gab es nichts zu halten.
Foto: Matthias Vogel
Auch danach blieb Stern offensiv engagiert. Allerdings musste Fürstenau bei einem Konter der Gäste in der 77. Minute noch einmal sein Können beweisen und einen gefährlichen Abschluss zur Ecke lenken. Auf der Gegenseite bot sich Luca Rohr in der 82. Minute die große Chance zum fünften Treffer. Nach einem Angriff über rechts nutzte Can eine Vorteilsituation und legte ideal in den Rückraum. Rohr scheiterte jedoch am glänzend reagierenden Oberbach.
Foto: Matthias Vogel
Am Ende stand ein auch in dieser Höhe verdienter Erfolg, der angesichts weiterer guter Möglichkeiten sogar noch deutlicher hätte ausfallen können. Stern überzeugte vor allem vor der Pause mit Tempo, konsequentem Anlaufen und sehenswerten Kombinationen. Nach dem Seitenwechsel überstanden die Gelbhemden die stärkste Phase der Gäste und nutzten später die Räume für gefährliche Gegenangriffe.
Mit Da Silva Co, der an den ersten drei Treffern beteiligt war, und Fürstenau, der neben dem Elfmeter weitere gefährliche Situationen entschärfte, ragten zwei Spieler besonders heraus. Vor allem aber war es eine geschlossene Mannschaftsleistung, die den klaren Erfolg möglich machte.
