Sterner sind Sieger!
Menü

Foto: Matthias Vogel

1. Herren
Freitag, 23.10.2026 | Matthias Vogel

Zwei Tore Vorsprung reichen nicht

Nach dem 2:2 bei Fortuna Biesdorf hadert Trainer Jeremy Kaatz mit den Entscheidungen im Angriff. Am Sonntag kommt Blau-Weiß 90.

Der SFC Stern 1900 hat am Donnerstagabend beim VfB Fortuna Biesdorf einen möglichen Auswärtssieg aus der Hand gegeben. Trotz einer 2:0-Führung mussten sich die Steglitzer mit einem 2:2 (1:0) begnügen. Trainer Jeremy Kaatz war anschließend hin- und hergerissen zwischen der Zufriedenheit über weite Teile des Auftritts und dem Ärger über zwei verlorene Punkte.

Schick trifft, Rohr legt nach

Dabei hatte seine Mannschaft zunächst vieles richtig gemacht. Nazarii Yakovenko setzte sich auf der linken Seite durch und legte den Ball zurück. Die anschließende Flanke des Linksverteidigers landete zunächst nicht beim Mitspieler, doch der zweite Ball fiel Enes Schick (Bild unten) an der Strafraumkante vor die Füße. Sein noch abgefälschter Schuss schlug in der 17. Minute zur verdienten Führung im Biesdorfer Tor ein.

Foto: Matthias Vogel

Stern blieb am Drücker und erhöhte kurz nach der Pause. Nach einer scharf und flach ausgeführten Eckballvariante kam erneut Schick zum Abschluss. Ein Biesdorfer wehrte den Ball mit der Hand ab. Den fälligen Strafstoß verwandelte Luca Rohr (vorletztes Bild) zum 2:0 (50.).

Biesdorf schlägt binnen vier Minuten zurück

Doch die Gastgeber schlugen schnell zurück. Mit langen Bällen in den Strafraum brachten sie Stern zunehmend in Schwierigkeiten. Nach einer Kopfballverlängerung verkürzte Justin Felgentreff in der 53. Minute. Nur vier Minuten später traf derselbe Spieler mit einem Sonntagsschuss aus rund 28 Metern in den Winkel zum Ausgleich.

In der turbulenten Schlussphase hätten beide Mannschaften die Partie noch für sich entscheiden können. Stern-Keeper Elias Fürstenau verhinderte zunächst in einer Eins-gegen-eins-Situation einen weiteren Gegentreffer und parierte anschließend auch noch einen Foulelfmeter. Für Kaatz hatte sein Schlussmann der Mannschaft damit „den Allerwertesten gerettet“. Den Strafstoß selbst hielt der Trainer für eine zumindest diskutable Entscheidung.

Dass es letztlich bei der Punkteteilung blieb, ging für Kaatz angesichts der Chancen auf beiden Seiten in Ordnung. Ärgerlich sei allerdings, eine Zwei-Tore-Führung verspielt zu haben.

Gute Ansätze, falsche Entscheidungen

Was den Stern-Trainer besonders beschäftigt, sind weiterhin die Entscheidungen im letzten Angriffsdrittel. Mal wird ein hinterlaufender Mitspieler übersehen, mal der Ball zu früh abgespielt oder ein Dribbling gesucht, obwohl sich eine bessere Passmöglichkeit bietet.

Dabei sieht Kaatz seine Mannschaft grundsätzlich auf einem guten Weg. Die Räume würden gut besetzt, auch das Pressing funktioniere hervorragend. Nur der Ertrag passe noch nicht zum Aufwand.

Foto: Matthias Vogel

Beeindruckt zeigte sich der Trainer von der Einstellung der Biesdorfer. Selbst beim Stand von 0:2 hätten die Gastgeber jede gelungene Aktion gefeiert, als hätten sie gerade die Weltmeisterschaft gewonnen. Von dieser Mentalität könne sich seine Mannschaft durchaus „zwei bis drei Scheiben abschneiden“.

Dass der Punktgewinn in Biesdorf keineswegs wertlos ist, zeigt auch das Ergebnis der Fortuna vom vergangenen Spieltag. Da hatten die Biesdorfer mit einem Auswärtssieg beim SV Empor Berlin überrascht.

Gegen Blau-Weiß 90 soll der Dreier her

Viel Zeit zum Nachdenken bleibt den Steglitzern nicht. Bereits am Sonntag um 11.15 Uhr empfängt Stern Blau-Weiß 90 Berlin.

Mit den Gästen wartet eine erfahrene Mannschaft, in deren Reihen zahlreiche Spieler mit höherklassiger Vergangenheit stehen. Kaatz (Bild unten) blickt der Aufgabe dennoch optimistisch entgegen. Er vermutet, dass seinem Team solche Gegner eher liegen könnten.

Foto: Matthias Vogel

Zudem entspannt sich die personelle Situation. Mit Collin Drost und Jordan Thurau kehren zwei Spieler in den Kader zurück, die zusätzliche Qualität mitbringen.

Nach dem verspielten Vorsprung in Biesdorf soll nun vor heimischem Publikum wieder ein Sieg her. Entscheidend wird sein, ob Stern die guten Ansätze diesmal auch konsequent zu Ende spielt.