Sterner sind Sieger!
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Foto: Matthias Vogel

1. Herren
Montag, 12.10.2026 | Matthias Vogel

Stern trotzt Favoriten Punkt ab

Der SFC Stern 1900 hat dem ambitionierten 1. FC Wilmersdorf beim 0:0 einen verdienten Punkt abgetrotzt. In einer intensiven und über weite Strecken ausgeglichenen Berlin-Liga-Partie zeigte die junge Mannschaft von Trainer Jeremy Kaatz einen überzeugenden Auftritt. Allerdings ließ Stern im letzten Angriffsdrittel noch zu viele Möglichkeiten ungenutzt.

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Wer an diesem Sonntagvormittag auf dem Sportplatz an der Kreuznacher Straße den Tabellenzweiten und erklärten Favoriten gesucht hätte, wäre zunächst wohl auf die falsche Mannschaft gekommen. Denn Stern übernahm vom Anpfiff weg die Initiative, bestimmte das Geschehen und ließ die Gäste aus Wilmersdorf offensiv kaum zur Entfaltung kommen.

Allerdings stand der 1. FC defensiv kompakt, sodass sich die Gastgeber zunächst mit Distanzschüssen begnügen mussten. Fynn Gersch zielte links am Tor vorbei, Kenedy Da Silva Co verfehlte den Kasten auf der anderen Seite.

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Erst im letzten Viertel der ersten Halbzeit fanden die Gäste besser in die Begegnung. Lucky Ugbogbo wurde über die linke Halbspur freigespielt, setzte seinen Abschluss aber rechts vorbei. Bei einem gefährlichen Distanzschuss musste Stern-Keeper Elias Fürstenau erstmals sein ganzes Können aufbieten. Auch die anschließende unübersichtliche Situation am zweiten Pfosten überstand Stern schadlos. Das 0:0 zur Pause ging insgesamt in Ordnung.

Chancen auf beiden Seiten

Nach dem Seitenwechsel blieb die Begegnung zunächst völlig offen. Beide Mannschaften begegneten sich auf Augenhöhe, die Partie war intensiv und durchaus ansehnlich. Ein Unterschied zwischen dem ambitionierten Aufstiegsanwärter und der jungen Stern-Elf war weiterhin kaum auszumachen.

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In der Schlussphase wurde es dann richtig spannend. Zunächst verfehlte Philipp Olszowski um die 70. Minute mit einem gefährlichen Abschluss nur knapp das Wilmersdorfer Tor. Kurz darauf bot sich Stern die nächste ausgezeichnete Gelegenheit: Nach einem schnellen Konter über Manu Rabé auf der rechten Seite kam Ali Iraki nach einem präzisen Zuspiel zum Abschluss. Weil er sich den Ball etwas zu weit vorgelegt hatte, versuchte er noch mit einer Grätsche zum Erfolg zu kommen. Wilmersdorfs Torhüter parierte, den Nachschuss setzte Da Silva Co links neben das Tor (71.).

Doch auch die Gäste hatten den möglichen Siegtreffer auf dem Fuß. Ein herausragender langer Ball von Enes Aydin über nahezu das gesamte Spielfeld erreichte Ugbogbo, der plötzlich frei vor Fürstenau auftauchte. Der Stern-Schlussmann eilte heraus und verhinderte mit einer glänzenden Fußabwehr den Rückstand.

Fürstenau lässt sich nicht überwinden

In den letzten Minuten erhöhte Wilmersdorf noch einmal den Druck. Stern musste nun mehr Defensivarbeit verrichten, blieb aber mit Konterversuchen im Spiel, die allerdings meist frühzeitig unterbunden wurden.

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Eine abgefälschte Flanke von der rechten Seite hätte in der 86. Minute beinahe doch noch den Weg ins Stern-Tor gefunden. Der Ball setzte tückisch auf, doch Fürstenau reagierte erneut glänzend und verhinderte mit einer starken Parade den Einschlag.

Weitere zwingende Möglichkeiten ergaben sich auf beiden Seiten nicht mehr. So blieb es beim torlosen Unentschieden, das auch Sterns Trainer Jeremy Kaatz als leistungsgerecht einordnete.

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Ganz zufrieden war der Coach mit dem Auftritt seiner Mannschaft dennoch nicht. Insbesondere das Verhalten im letzten Angriffsdrittel missfiel ihm. „Wir treffen da noch zu viele falsche Entscheidungen“, monierte Kaatz. Mal fehle der entscheidende Schritt in den freien Raum, mal werde nicht konsequent genug eingerückt. Es seien viele Kleinigkeiten, die letztlich verhinderten, dass aus guten Ansätzen auch gefährliche Abschlüsse entstünden.

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Ausdrücklich lobte der Trainer dagegen die Einstellung seiner Spieler. Dass seine Mannschaft nie aufhöre, immer wieder neue Anläufe unternehme und auch bei Rückschlägen beharrlich ihren Weg suche, imponiere ihm. Diese Bereitschaft, bis zum Schluss alles zu investieren, sei besonders positiv hervorzuheben. Den Punkt nahm Kaatz deshalb gerne mit, ohne dem möglichen Sieg hinterherzutrauern. Schließlich hatte auch Wilmersdorf seine Gelegenheiten.

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Für die Gäste dürfte das Remis im Kampf um die vorderen Tabellenplätze etwas zu wenig sein. Stern dagegen darf das Ergebnis als Achtungserfolg verbuchen. Nach der bitteren 2:3-Niederlage gegen Empor zeigte die junge Mannschaft eine bemerkenswert reife Vorstellung gegen einen Gegner mit hohen Ambitionen.

Es war ein 0:0 der besseren Sorte – und eines, das Stern durchaus Mut für die kommenden Aufgaben machen dürfte.