Später geht’s nicht
Philipp Olszowski trifft praktisch in der letzten Sekunde zum 1:0 gegen den TSV Mariendorf. Zuvor hält Elias Fürstenau die Sterne im Spiel – und eine taktische Umstellung bringt nach der Pause mehr Zugriff.
Foto: Matthias Vogel
Manchmal reicht ein einziger Schuss. Und manchmal fällt der genau dann, wenn eigentlich schon alles auf ein 0:0 hinausläuft. Der SFC Stern 1900 hat gegen den TSV Mariendorf 1897 mit 1:0 (0:0) gewonnen – durch einen Treffer von Kapitän Philipp Olszowski (Titelbild, Kopfball) praktisch in der letzten Sekunde.
Das Tor: ein ganz krummes Ding
Nach einem Einwurf bekam Olszowski den Ball in zentraler Position, rund 20 Meter vor dem Tor. Der Kapitän zog ab, sein Schuss wurde noch abgefälscht und war für Mariendorfs Keeper nicht zu halten. Kurz darauf war Schluss – und Sterns erster Dreier der Saison perfekt.
Foto: Matthias Vogel
Dabei hatte die Partie ganz unterschiedliche Phasen. Die Mannschaft von Trainer Jeremy Kaatz (Bild oben, stehend) kam gut hinein und hätte sich in den ersten 20, 25 Minuten für ihren engagierten Auftritt durchaus belohnen können. Die junge Sterner Mannschaft befindet sich weiterhin in der Findungsphase, zeigte zunächst aber, wohin die Reise gehen kann.
Foto: Matthias Vogel – Youngster Manu Rabet.
Mit zunehmender Spielzeit änderte sich das Bild. Mariendorf übernahm mehr und mehr die Kontrolle und erspielte sich einige gute Möglichkeiten. Dass Stern trotzdem ohne Gegentor blieb, hatte viel mit Elias Fürstenau zu tun. Der Keeper entschärfte mehrere Hochkaräter und hielt seine Mannschaft im Spiel. „Wir können uns bei ihm bedanken, dass wir im Spiel geblieben sind“, sagte Kaatz.
Ein taktischer Kniff ändert die Gewichtsverhältnisse
Zur Pause reagierte der Stern-Trainer auch taktisch. Aus dem 4-1-4-1 wurde ein 4-4-2 mit gestaffelten Spitzen. Mariendorf hatte zuvor sein Spiel immer wieder erfolgreich über den zentralen Innenverteidiger aufgebaut. Genau diesen Weg wollte Kaatz schließen. Stattdessen sollten die Gäste gezwungen werden, über die beiden anderen Innenverteidiger zu eröffnen, die Stern anschließend gezielt anlief.
Foto: Matthias Vogel – Keeper Elias Fürstenau.
Die Umstellung zeigte Wirkung. Stern bekam nach der Pause deutlich besseren Zugriff und kam selbst wieder zu Möglichkeiten. Die Führung hätte durchaus schon früher fallen können, doch nun war der Mariendorfer Keeper zur Stelle.
Ein Spiel mit vielen Chancen – und nur einem Treffer.
Ein einseitiges Spiel wurde daraus trotzdem nicht. Auch die Gäste blieben gefährlich und hatten ihre Chancen. Dass eine Partie mit Möglichkeiten auf beiden Seiten tatsächlich nur einen Treffer hervorbrachte, wunderte auch Kaatz. Umso größer war die Freude darüber, dass dieser eine Treffer ganz am Ende auf der richtigen Seite fiel.
Foto: Matthias Vogel – Fynn Gersch.
Mit dem ersten Saisonsieg hat Stern zunächst die Abstiegsplätze verlassen. Nach wenigen Spieltagen besitzt die Tabelle noch wenig Aussagekraft. Wichtiger dürfte ohnehin etwas anderes sein: Diesmal musste die junge Mannschaft keinem frühen Rückstand hinterherlaufen – und kassierte auch kein spätes Gegentor. Stattdessen entschied sie selbst eine Partie ganz spät.
Foto: Matthias Vogel – Kenedy Da Silva Co.
Am kommenden Wochenende wartet mit dem SV Empor Berlin schon der nächste reizvolle Vergleich. Die Duelle beider Mannschaften waren in der Vergangenheit häufig eng und intensiv. Nach dem ersten Dreier geht Stern nun mit etwas Rückenwind hinein. Mehr nicht – aber eben auch nicht weniger.
