Sterner sind Sieger!
Menü

Foto: Matthias Vogel

1. Herren
Freitag, 25.09.2026 11:17 Uhr | Matthias Vogel

Die Belohnung bleibt aus

Beim Berliner SC zeigt der SFC Stern 1900 über weite Strecken eine starke Vorstellung, muss sich nach früher Führung aber mit einem 1:1 begnügen. Vor allem nach der Pause ist mehr drin.

Manchmal scheint es wie verhext. In den ersten Saisonspielen hatte der SFC Stern 1900 regelmäßig früh einem Rückstand hinterherlaufen müssen. Beim Berliner SC war es diesmal genau andersherum: Stern ging nach nur fünf Minuten in Führung – und verpasste es am Ende, daraus den ersten Saisonsieg zu machen. Das 1:1 (0:1) beim bis dahin zweitplatzierten BSC fühlte sich deshalb eher nach zwei verlorenen als nach einem gewonnenen Punkt an.

Matthias Vogel

Dabei begann die Partie beinahe nach Wunsch. Enes Schick ( Bild unten) schickte Manu Rabet ( Bild oben) mit einem perfekt getimten Schnittstellenpass auf die Reise. Der schnelle Youngster war nicht mehr einzuholen und blieb vor dem Tor cool: 0:1 nach fünf Minuten.

"Der Junge weiß noch gar nicht, wie gut er ist."

Für Trainer Jeremy Kaatz war die Szene auch ein Beispiel dafür, wohin sich seine neu formierte Mannschaft entwickeln kann. Über Rabet sagte er nach der Partie: „Der Junge weiß noch gar nicht, wie schnell und gut er ist.“

In der Folge entwickelte sich eine ausgeglichene Begegnung mit Möglichkeiten auf beiden Seiten. Stern hielt gegen einen BSC, der als Tabellenzweiter in die Partie gegangen war, nicht nur mit. Von einem Unterschied zwischen beiden Mannschaften war wenig zu sehen.

Foto: Matthias Vogel

Nach der Pause brachte sich Stern allerdings selbst um den Lohn. Auf der rechten Angriffsseite des BSC verursachten die Steglitzer im Halbfeld einen unnötigen Freistoß. Auch die anschließende Hereingabe verteidigten sie nicht gut. Fabian Niedenhoff nutzte die schlechte Staffelung und köpfte in der 55. Minute zum 1:1 ein.

Ein Gegentor, das Kaatz besonders ärgerte, weil gleich zwei vermeidbare Fehler zusammenkamen.

Danach übernahm Stern immer mehr die Kontrolle. Die Gäste schnürten den BSC phasenweise in dessen Hälfte ein. Kaatz kam für die zweite Halbzeit auf eine Torschussbilanz von 12:2 für seine Mannschaft. Was fehlte, war die letzte Konsequenz.

Es hakt an der konsequenten Umsetzung brauchbarer Lösungen im letzten Drittel

Mal wurde die vorderste Linie nicht konsequent besetzt und damit eine mögliche Anspielstation verschenkt, mal fehlte der Querpass, obwohl er die bessere Lösung gewesen wäre. Stern kam immer wieder in gute Situationen, spielte sie aber nicht clever genug zu Ende.

Foto: Matthias Vogel

„Wir hatten den BSC am Rande einer Niederlage“, sagte Kaatz ( Bild oben). Dass seine Mannschaft den Sieg nicht mitnahm, sei deshalb „sehr schade“ gewesen. Wer angesichts der bisherigen Ergebnisse und des Tabellenstandes als Favorit in die Partie gegangen war, ließ sich auf dem Platz jedenfalls kaum erkennen.

Das 1:1 zeigt damit auch, wo diese junge und neu formierte Stern-Mannschaft derzeit steht. Vieles funktioniert bereits, die Abläufe greifen aber noch nicht selbstverständlich ineinander. Kaatz ist überzeugt: Wenn das kommt, werden solche Spiele auch gewonnen. Und der erste Dreier, so sein Gefühl, ist nicht mehr weit entfernt.

Gegen Mariendorf fehlt Franz Wetzel

Die nächste Gelegenheit gibt es am Sonntag um 11.15 Uhr gegen den TSV Mariendorf. Kaatz erwartet eine völlig andere Aufgabe. Während auch der BSC eine Verjüngungskur hinter sich hat, bringt Mariendorf viel Erfahrung und Körperlichkeit mit.

Foto: Matthias Vogel

Ausgerechnet vor diesem Duell fällt bei Stern nun selbst ein Stück Erfahrung weg. Franz Wetzel ( Bild oben) verletzte sich im Training an den Bändern und wird nach Einschätzung von Kaatz drei bis vier Wochen fehlen.

Damit wartet auf die junge Stern-Elf die nächste Bewährungsprobe. Und die nächste Chance, aus einer guten Leistung diesmal auch drei Punkte zu machen.