Sterner sind Sieger!
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Foto: Ralf Seedorff

1. Herren
Freitag, 15.05.2026 09:31 Uhr | Matthias Vogel

Auf der Suche nach einem versöhnlichen Abschluss

Der Klassenerhalt ist praktisch gesichert, die ganz großen Sprünge nach oben wirken dagegen unrealistisch: Fünf Spieltage vor Saisonende bewegen sich die Männer des SFC Stern 1900 derzeit im Niemandsland der Tabelle. Zehn Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze geben zwar Ruhe, zufriedenstellend verlief die Saison nach zahlreichen Querelen dennoch nicht. Umso größer ist der Wunsch, die letzten Wochen mit stabilen Leistungen und einem positiven Gefühl abzuschließen. Der nächste Schritt soll am Samstag gelingen, wenn um 14 Uhr der SV Empor Berlin auf dem Sterner gastiert.

Foto: Ralf Seedorff

Die knappe 0:1-Niederlage bei den Spandauer Kickers hallt dabei noch nach. Vor allem, weil aus Sicht der Sterner durchaus mehr möglich gewesen wäre. Trainer Yanik Schottelius sprach im Nachgang von einer „sehr ansprechenden ersten Hälfte“. Sein Team habe sich gegen das Pressing der Gastgeber immer wieder sauber gelöst und das Spiel kontrolliert. Was fehlte, war jedoch die Konsequenz im letzten Drittel. Dominanz ohne klare Torchancen – so lautete das Fazit zur Pause.

Restverteidigung klappt nicht – Spaki schlägt zu

Kurz nach Wiederbeginn folgte dann die entscheidende Szene. Nach einer Stern-Ecke schalteten die Spandauer blitzschnell um. Die hoch aufgerückte Restverteidigung der Gäste rückte aggressiv heraus, statt sich zunächst nach hinten abzusetzen, zu verzögern, um auf Unterstützung zu warten – und wurde bestraft. Okan Tastan nutzte den Raum eiskalt und erzielte in der 49. Minute den Treffer des Tages.

Foto: Ralf Seedorff

Dennoch blieb Stern im Spiel. Viele Ecken segelten in den Spandauer Strafraum – ohne Erfolg. Die dicksten Möglichkeiten ergaben sich aus dem Spiel heraus. Nino Jouini scheiterte nach starken Vorarbeiten von Mik Dankou, später verfehlte auch Nicolas Fässler nach feinem Chipball im Strafraum das Ziel. Am Ende blieb das Gefühl, dass trotz personeller Sorgen durchaus Zählbares drin gewesen wäre.

Foto: Ralf Seedorff

Genau dort setzt nun die Hoffnung für das Heimspiel gegen Empor an. Denn die personelle Lage entspannt sich deutlich. Jule Hartmann, Nico Wobeser und Oliver Gantzberg kehren nach ihren urlaubsbedingten Ausfällen zurück, zudem steht Tim Schönfuß-Hahm nach abgesessener Gelbsperre wieder zur Verfügung. Vier wichtige Kräfte also, die Schottelius bei Spaki schmerzlich vermisst hatte.

Ein Selbstläufer wird die Aufgabe trotzdem nicht. Der SV Empor Berlin befindet sich klar im Aufwind. Die Gäste haben sich zuletzt von den gefährlichen Tabellenregionen abgesetzt und profitierten zusätzlich von vom Sportgericht zugesprochenen Punkten im Zuge der Streitigkeiten um wettbewerbsübergreifende Gelbsperren. Zudem ist Torjäger Quentin Albrecht offenbar in Top-Form, ballerte sich zuletzt an die Spitze der Torjägerliste.

Foto: Ralf Seedorff

Beeindrucken lässt sich Schottelius davon allerdings nicht. „Die werden es schwer haben auf unserem Geläuf, auf unserem Großen“, sagt der Stern-Coach selbstbewusst. Mit größerer personeller Auswahl und der Aussicht auf Wiedergutmachung wollen die Sterner vor heimischer Kulisse wieder ein anderes Gesicht zeigen – und die Saison Schritt für Schritt doch noch versöhnlich ausklingen lassen.