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Foto: Matthias Vogel

1. Frauen
Samstag, 10.10.2026 | Matthias Vogel

Kein Selbstläufer

Sterns Frauen wollen beim BSV Grün-Weiß Neukölln ihre Tabellenführung verteidigen. Doch die Personaldecke wird immer dünner. Trainer Roman Rießler dürfte die bevorstehende Pflichtspielpause deshalb kaum erwarten können.

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Selten dürfte Roman Rießler eine Spielpause so herbeigesehnt haben wie die bevorstehende. Nach dem Gastspiel beim BSV Grün-Weiß Neukölln am Sonntag (12 Uhr, Johannisthaler Chaussee 125) ruht für die Frauen des SFC Stern 1900 gut einen Monat lang der Pflichtspielbetrieb. Und das kommt dem Tabellenführer angesichts seiner angespannten Personalsituation ausgesprochen gelegen.

Die Liste der Ausfälle ist inzwischen beachtlich. Besonders bitter ist der Kreuzbandriss von Neuzugang Larissa Galvez Estrada, den sie sich im Spiel gegen Hertha BSC II zuzog. Diana Steinmeyer hat sich aus persönlichen Gründen auf unbestimmte Zeit vom Fußball zurückgezogen. Auch Corinna Statz kann aus privaten Gründen derzeit nicht in dem Umfang am Trainingsbetrieb teilnehmen, wie es ursprünglich vorgesehen war.

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Sofia Verheijen und Hannah Schmitz laborierten oder laborieren weiterhin an einer Oberschenkelzerrung, Kathi Herber fehlte längere Zeit wegen ihrer Hochzeitsreise. Und als wäre das nicht genug, erwischte die Mannschaft unter der Woche auch noch eine Erkältungswelle. Immerhin gibt es einen Lichtblick: Mit Anina Sange ist eine alte Bekannte ins Training zurückgekehrt und erweitert die personellen Möglichkeiten zumindest ein wenig.

An der Favoritenrolle ändert all das allerdings nichts. Stern führt die Berlin-Liga mit 16 Punkten und 23:2 Toren nach sechs Spielen an. Zuletzt fertigte die Mannschaft den Moabiter FSV mit 7:0 ab. Grün-Weiß Neukölln steht dagegen mit vier Punkten aus fünf Partien auf dem achten Tabellenplatz. Die drei Punkte sind für die Steglitzerinnen deshalb fest eingeplant.

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Allerdings wäre es ein Fehler, die Neuköllnerinnen allein an ihrem Tabellenstand zu messen. Bei der Mannschaft von Trainer Markus Schöne scheint sich in dieser Saison einiges zum Positiven zu verändern. Der Kader ist breiter geworden, die Trainingsbeteiligung deutlich gestiegen. Voraussetzungen, von denen man bei Grün-Weiß in der vergangenen Saison nur träumen konnte.

Auch auf dem Platz macht sich diese Entwicklung bemerkbar. Gegen Borussia Pankow lieferte Neukölln einen beherzten Kampf und unterlag mit 3:5. Zuletzt hielt sich die Mannschaft beim 0:4 gegen den starken Aufsteiger Hertha BSC II zumindest achtbar aus der Affäre.

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Für Stern dürfte die Aufgabe deshalb anspruchsvoller werden als noch vor einer Woche gegen Moabit. Neukölln ist inzwischen in der Lage, auch spielerisch stärkeren Gegnern einiges abzuverlangen. Zumal die personell arg gebeutelten Steglitzerinnen derzeit kaum Möglichkeiten haben, Belastungen auf mehrere Schultern zu verteilen.

Dennoch ist der Anspruch des Spitzenreiters eindeutig: Die Tabellenführung soll mit einem weiteren Sieg verteidigt werden. Danach darf Roman Rießler erst einmal durchatmen. Und hoffen, dass sich sein Kader während der langen Pause endlich wieder füllt.