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Spielbericht

 
 
Morgens um 7:45 Uhr im Wedding sein zu müssen, ist nicht gerade der wachmachende Gedanke, den man braucht, wenn der Wecker an einem Samstag um 6:00 Uhr klingelt. Sei´s drum. Die Mädels waren teilweise nicht wirklich wach, als wir uns zu dieser schier unmenschlichen Zeit in der Halle trafen. Es war lustig anzusehen. Einige hätten wohl lieber am Nachmittag gespielt. Wer soll`s ihnen verdenken...
 
Unsere Gruppe hatte einige starke Mannschaften aufzuweisen:
 
1. FC Union (Verbandsliga)
BSV GW Neukölln (Verbandsliga)
FSV Spandauer Kickers (Verbandsliga)
1. FC Lübars (Bezirksklasse) Hä? Waren die nicht in der Verbandsliga? Richtig. Die C spielt jetzt aufgrund gewichtiger Abgänge Kleinfeld in der Bezirksklasse.
SV Chemie Adlershof (Bezirksklasse)
Berliner TSC (Landesliga)
SFC Stern 1900 (Landesliga)
 
Da Lübars aufgrund vieler kurzfristig erkrankter Spielerinnen nicht antreten konnte, bekam jede Mannschaft 3 Punkte und 2:0 Tore "gutgeschrieben". Die ersten Punkte waren also schon mal im Sack. Die Mädels machten sich entspannt warm. Natürlich hatte der 1. FC Union eine weitaus beeindruckendere Aufwärm-Zeremonie zu präsentieren. Sehr wirkungsvoll und gelungen, das muss man ihnen zugestehen. Im Eröffnungsspiel mussten wir gegen GW Neukölln antreten. Wir hatten eine Woche zuvor eine sehr gelungene Generalprobe bei einem Freundschaftsturnier der 2. C-Mädchen von H03 und daran wollten wir anknüpfen. Nachdem die Mannschaften vorgestellt wurden, ging es also los. 
 
 
 
 
 
SFC Stern 1900 gg. BSV GW Neukölln 
Wir waren mit 9 Spielerinnen inkl. Torhüterin angereist und hatten vor mit einem 1. Block und einem 2. Block im Wechsel zu spielen. Wir starteten etwas nervös in die Partie und Zoe hätte nach einer Minute bereits den Führungstreffer erzielen können. Sie spielte die absichernde Spielerin nach einem Pass (schon fast zu) locker aus und scheiterte mit ihrem Flachschuss leider an der aufmerksamen Torhüterin. Hier wäre ein hoher Schuss besser gewesen. Leider brauchte uns das nicht die nötige Sicherheit im Spiel. Wir spielten sehr zerfahren und agierten zu nervös. Die Neuköllnerinnen hatten einige Chancen, die brenzlig nah an einem Torerfolg dran waren. Allerdings standen wir gut und auch der 2. Block war gut drauf. Leider waren wir insgesamt zu unkonzentriert und hektisch um weiter auf den Führungstreffer zu drängen. So blieb es beim etwas enttäuschenden und doch guten 0:0.
 
 
 
SFC Stern 1900 gg. Berliner TSC
Wir kennen den TSC aus unserer Liga und hatten gegen sie unseren ersten Heimsieg eingefahren. Allerdings schreibt der Hallenfußball manchmal überraschende Geschichten. Aber nicht in diesem Fall. Wir hatten das ganze Spiel über klar die Oberhand und sicherten uns von Anfang an eine Mehrheit an Ballbesitz und Chancen. Wir gingen relativ schnell durch ein hervorragendes Tor von Alicia in Führung, die sich stark gegen 2 Gegenspielerinnen durchsetzte, von einer noch gefoult wurde, stolperte, aber nicht fiel und sicher ins rechte untere Eck wuchtete. Jetzt spielten wir befreit auf. Sophia staubte nach einem Schuss von Zoe ab. 2:0. Und wieder war es Alicia, die einen Freistoß zum 3:0 verwandelte. Die Torhüterin hatte die 4 Sek. überschritten. Lina tippte den Ball kurz an und Alicia ballerte den Ball zwischen Mauer und Torhüterin in die Maschen. Den Schlusspunkt setze Zoe, nachdem sie den Ball an der Mittellinie eroberte, ihre Schnelligkeit nutzte und den Ball oben ins rechte Eck beförderte. 4:0. Schlecht hatte der TSC nicht gestanden, aber wir waren einfach besser und nutzten unsere Chancen.
 
Der TSC war übrigens die einzige Mannschaft, die es den Unionern schwer machte und ihnen ein gut gemauertes 0:3 abtrotzte. Und Union stand am Ende auf dem ersten Platz mit 30:0 Toren.
 
 
 
SFC Stern 1900 gg. SV Chemie Adlershof
Gegen die Adlershofer hatten wir in der Vorwoche beim Freundschaftsturnier schon gut gespielt. Das wollten wir gerne wiederholen, um uns die nächsten 3 Punkte zu sichern. Leider fanden wir gar nicht ins Spiel. Sowohl der 1. als auch der 2. Block konnte leider nicht wirklich den Schwung aus der vorherigen Partie mitnehmen. Es war ein schwaches Spiel. Von beiden Seiten. Wir kamen nur bis zum Strafraum und Adlershof setzte auf ihre stärkste Spielerin, die vorne alles alleine machte und dennoch fanden wir kein Mittel, um die körperlich wesentlich stärkeren Verteidigerinnen mit schnellem Passspiel stehen zu lassen. Wir versuchten es mit Einzelaktionen, anstatt mit Doppelpässen unsere Schnelligkeitsvorteile zu nutzen. Das Spiel ging deswegen auch nur 0:0 aus. Hier wäre mehr drin gewesen. Schade. 
 
Das bedeutete, wir mussten eins der letzten beiden Spiele auf jeden Fall gewinnen, um überhaupt eine Chance auf die Endrunde zu haben und die mussten wir gegen die besten Teams des derzeitigen Turnierverlaufs bestreiten. 
 
 
 
SFC Stern 1900 gg. 1. FC Union
Ja, das war jetzt eine harte Nuss. Wir hatten die Mannschaft von Union in ihren bisherigen Spielen aufmerksam beobachtet und sie leisteten sich kaum Fehler und wenn, dann war diese Chance schnell wieder vorbei, da sie ein unfassbar schnelles Umschaltspiel beherrschten. Das war schon beeindruckend. Da sie in der Vorwärtsbewegung fast immer ein sehr offensives 1-1-3 spielten, hofften wir auf Konter und die Schnelligkeit von Zoe und Alicia. Wir schworen die Mannschaft darauf ein, keine Gegenspielerin aus den Augen zu lassen, ihnen auf den Füßen zu stehen, sie mit mehr Körpereinsatz aus dem Konzept zu bringen. Leider bestritt Union ihr vermutlich bestes Spiel an diesem Tag gegen uns. Wir waren hoffnungslos überfordert. Das ging unseren Mädchen einfach eine Spur zu schnell. Union kombinierte hervorragend. Sie kreuzten und hinterliefen sich, brachten den Ball nach Außen, dann direkt vors Tor und das Runde war im Eckigen. Alles mit einer sehr stark austrainierten Ballsicherheit und Geschwindigkeit. Jedoch hätten wir es schlauer spielen können, da trotz unserer konkreten Anweisung, bei Ballverlust sofort umzuschalten und sich defensiv zu positionieren, wir immer in Unterzahl waren. Und doch hatten wir einige gute Chancen, bei denen wir Union mit einem schnellen Abwurf und der noch schnelleren Zoe überraschten, die jedoch aufgrund der Geschwindigkeit und der sofort an ihr klebenden Verteidigerin den Ball nicht wirklich kontrollieren konnte. Aktion vorher super... Der Abschluss letztendlich unkontrolliert. Aber kein Vorwurf. Union hat hervorragend gespielt und uns mit einem 7:0 geschlagen. Etwas zu hoch, da die ersten 4 Tore klar auf unser zu spätes Umschaltverhalten zurück zu führen waren. 
 
Die Mädels waren total niedergeschlagen nach dieser Niederlage. Verständlicherweise. Doch wir mussten die negativen Vibes aus den Köpfen bekommen, da wir nun mit  8 Punkten Dritter waren und im letzten Spiel gegen SpaKi spielen mussten, denen mit 10 Punkten ein Unentschieden reichte, um mit Union in die Endrunde einzuziehen. Wir eröffneten den Mädels, dass wir noch Zweiter werden könnten, aber nur durch einen Sieg im letzten Spiel.  
 
 
 
SFC Stern 1900 gg. FSV Spandauer Kickers
Jetzt mussten wir alles geben. Man sah es den Mädchen nicht an, aber ihre Entschlossenheit war spürbar. Sie wollten hier was holen. Es war ein unfassbar spannendes Spiel, in dem sich keine Mannschaft den entscheidenden Fehler leisten wollte. Unsere beiden Blöcke kämpften aufopferungsvoll, gaben keinen Ball verloren und unsere Torhüterin Leni spielte wohl ihr bestes Spiel der Saison. Ein unfassbar sicherer Rückhalt. Vielleicht passte es zu diesem Spiel, dass sich die SpaKi-Torhüterin einen Fehler leistete und den Ball an der Strafraum-Grenze fallen ließ, Sophia nachsetzte, ihr den Ball, kurz bevor sie nachgreifen konnte, mit dem rechten Fuß wegspitzelte und mit links ins freie Tor schoss. Die Freude und Emotionen waren groß, aber es waren noch 6 Minuten zu spielen. Es war ein abwechslungsreiches Spiel, in dem wir etwas die Überhand hatten. Auf beiden Seiten gab es Chancen. Als SpaKi ihre auffälligste Spielerin einwechselte, kam nochmal zusätzlich Bewegung ins Spiel. Es ging hin und her. Mal waren wir am Drücker, dann wieder in der Rückwärtsbewegung, weil SpaKi auf den Ausgleich drängte. Und wieder kamen wir mit einem Konter gefährlich vors Tor und die Torhüterin sprang auf den Ball zu und rutschte mit ihm aus dem Strafraum. Ein Freistoß, der uns in einer sehr druckvollen Phase von SpaKi etwas Luft verschaffte. Leider war dieser nicht so klasse ausgeführt, wie noch ein paar Spiele zuvor und brachte uns nichts ein. Die letzten anderthalb Minuten zogen sich wie Kaugummi und es war Feuer im Spiel. SpaKi wollte unbedingt den Ausgleich. Wir verteidigten aber stark und hatten eine selbstbewusste Leni hinten im Kasten, die bei jeder Aktion bejubelt wurde. Die letzten 30 Sekunden und wir verloren den Ball in der Hälfte von SpaKi. Konter. Es gab ein Feuerwerk an Kommandos und Anfeuerungen von unserer Bank. Sehr emotional, sehr adrenalingeladen. Der letzte Angriff des Spiels und der kam sehr druckvoll von SpaKi über ihre starke Spielerin mit der 10. Der Ball landete jedoch im Seitenaus an unserer Torlinie. Für uns. Noch 12 Sekunden und SpaKi stellte uns zu. Larissa schnappte sich den Ball und verzögerte taktisch klug mit der Frage "Ist das unser Ball?". 6 Sekunden. Ball auf der Linie und 4 Sekunden später kickt ihn Larissa einfach nach vorne. Abpfiff.
 
 
 
Der Jubel und die Erleichterung waren groß. Wir ziehen mit Union in die Endrunde der Hallenmeisterschaft ein. Sicher dachten die Verbandsligisten, dass sie das unter sich ausmachen und uns hatten sie nicht wirklich auf dem Zettel. Aber letztendlich haben die Mädels sich in den entscheidenen Phasen gesteigert und gezeigt, dass sie auch über den Kampf mit Einsatz und Siegeswillen Spiele gewinnen können. Gerade das letzte Spiel hat das gezeigt. Nun freuen wir uns auf die Endrunde mit hochkarätigen Mannschaften. Das wird sicher sehr interessant und spannend für das gesamte Team. Wir befinden uns immer noch in der Entwicklungsphase und ich bediene mich an dieser Stelle des Mottos der Philadelphia 76ers: "Trust the Process!"
 
 
 
 
One Team. One Love.