Mi, 10.10.2018
FFC Berlin 2004 gg. SFC Stern 1900 --> 7:1

 

Pokalabend um ACHTZEHN UHR (!!!) beim Verbandsligisten FFC in Biesdorf. Wir haben anderthalb Stunden im zähfließenden Feierabend-Verkehr benötigt und waren erst um 17:45 Uhr da. Die letzten, die ankamen, erreichten 10 Minuten vor dem Anpfiff den Platz. Alles nicht wirklich optimal. Die meisten Kinder haben bis 16 Uhr Schule und sind direkt von dort losgefahren. Letztendlich hatten wir insgesamt knapp 10 Minuten, um uns zu erwärmen. Hatte ich schon erwähnt, dass das nicht optimal war? Sei´s drum... Der Trainer vom FFC hatte im Vorfeld noch angeboten, das Spiel um eine Woche zu verlegen. Da hätten dann aber einige absagen müssen. Wie auch immer... Den FFC kennen wir aus der letzten Saison ja bestens (Ligaspiele und Hallenrunde) und wissen, dass sie eine sehr spielstarke Mannschaft sind. Wir instruierten die Mädels also von Anfang an aufs Ganze zu gehen. Powerplay sozusagen. 

 

Und das taten sie auch. Wir waren in den ersten zehn Minuten spielerisch weit überlegen und dominierten das Mittelfeld und den Ballbesitz. Der FFC konnte sich nur durch kick 'n' rush befreien, was wir zu Beginn gut im Griff hatten. In der 9. Minute war es dann soweit. Eine starke Kombination nach Balleroberung durch das Mittelfeld mit Zoe als letzter Passstation, die den Ball über "rechts-außen" in die Vorwärtsbewegung zugespielt bekam, verfolgt von einer FFC-Spielerin zwei, drei Schritte in den Strafraum dribbelte und dann aus halbrechter Position das Leder links oben in den Winkel der FFC-Hütte ballerte. Der passte genau. Ein geniales Tor, Marke "Tor des Monats". Alles sehr flüssig gespielt und der Abschluss war "zum Zunge schnalzen", wie man so schön sagt. Ein hervorragender Beginn also. Doch leider verpassten wir im Anschluss an den Führungstreffer, die Bissigkeit beizubehalten und ließen dem FFC mehr Platz im Mittelfeld. Nicht, dass der FFC nun spielerisch die Oberhand hatte, sondern es wurde weiter auf kick'n'rush gesetzt. Der gummiartige Ball sprang bei hohen Bällen von dem harten Kunstrasen-Teppich (ähnlich dem alten Sterner-Geläuf) wie ein Flummi wieder in die Höhe. Damit hatte Stern eindeutig Probleme. Weniger die FFC-Spielerinnen (wen wundert's)... und so kam es in der 14. Minute wie es kommen musste: Wieder ein hoch rausgespielter Ball, die FFC-Spielerin kann den Ball ohne Sterner-Pressing kontrollieren und ballert kurz hinter der Mittellinie aufs Tor. Der Ball flog im hohen Bogen über unsere zu weit vor dem Tor stehende Torhüterin und es stand 1:1. Ok. Passiert. Was jedoch nicht passieren darf, sind die folgenden Szenen. Der FFC setzte sein Spiel mit den hohen Bällen fort und wir ließen das zu. Wir standen zu weit weg, liefen parallel mit, anstatt entscheidend zu stören und der FFC konnte so relativ ungestört den Abschluss suchen. Minute 19 und es steht 2:1. Ein ähnliches Tor wie das erste. Anstoss. Ballverlust im Mittelfeld, weil man lieber ins Dribbling geht, anstatt den Ball schnell zu spielen. Ball hoch in Richtung Sterner-Strafraum. Ball springt im Strafraum auf und im hohen Bogen über unsere Torhüterin, die nur noch mit den Fingerspitzen rankommt. 3:1 in Minute 20. Hier kam alles zusammen: zu weit weg vom Gegner, kein entscheidendes Stören, schlechtes Stellungsspiel des Mittelfeldes und auch der Torhüterin. Wir waren zu passiv. Denn 2 Minuten nach dem dritten Gegentreffer kann die Spielerin mit der 7 erneut einnetzen. Warum? Weil sie seelenruhig den Ball kontrollieren und ihn sich für den anschließenden Vollspannschuss zurechtlegen kann, der zum 4:1 führte. Das waren in der Summe alles Tore, die man hätte verhindern können. Denn nach einem Spielkonzept sah das nicht aus. Außer der FFC hat es sich zum Konzept gemacht, die Bälle aus 30-40 Metern auf das Tor zu ballern. Denn abgesehen davon, dass sie eine sehr schnelle Stürmerin haben, muss man a) auch das Glück haben, aus so einer Entfernung den Ball so zu treffen, dass dieser genau passt und b) der Gegner muss die Spielweise auch durch Passivität "unterstützen". Hier ging die Rechnung auf, denn wir spielten im Sinne des FFC "mit". Ich verstehe es natürlich, dass man nach der sehr starken und euphorischen Anfangsphase und den anschließenden schnellen Gegentoren (4 innerhalb von 8 Minuten) mental erstmal am Boden ist. Aber die Mädels haben in den bisherigen Saisonspielen gezeigt, dass sie nie das Spiel aus der Hand gaben und immer darauf aus sind, durch viel Ballbesitz und hohen kämpferischen Einsatz auch schwierige Spiele für sich zu entscheiden. Heute klappte das einfach nicht (so richtig). Denn wir fingen uns 5 Minuten vor Ende der ersten Hälfte nach einer Ecke noch einen satt geschossen Ball in die lange Ecke, bei dem die Torschützin wieder nicht entschieden gestört wurde, zum 5:1 ein. Halbzeit.
 
 
Natürlich sprachen wir die Fehler der ersten Hälfte an und natürlich waren das spielentscheidende Fehler. Die Mädels waren geknickt. Natürlich. Allerdings haben wir es dem FFC viel zu leicht gemacht. Aber um die Mädels in Schutz zu nehmen, muss hier auch erwähnt werden, dass es sicherlich einfacher ist, nach einem Schultag nach Hause zu kommen, kurz was zu "snacken" und dann entspannt und zeitig am Platz zu erscheinen, um sich korrekt zu erwärmen und die Taktik durchzusprechen. All das hat heute gefehlt. Das war einfach Lospech. Der FFC hätte auch bei uns spielen können und sicherlich ähnliche Probleme mit dem Zeitmanagement gehabt. Wobei bei der Hinfahrt die Gegenrichtung wunderbar "frei" war. Iiiiiiiiist ja auch egal... Die zweite Halbzeit starteten wir mit mehr Elan. Wir griffen den Gegner früher an und befreiten uns spielerisch. Der FFC blieb fast über die gesamte Spieldauer seinem kick'n'rush-Konzept treu. Dennoch bekamen wir in der 38. Minute das 6:1 eingeschenkt. Eine gut getretene Ecke und alle Blicke richteten sich auf den Ball, eine FFC Spielerin eilte heran und konnte den Ball aus kurzer Distanz einnetzen. Guten Morgen allerseits. Auch wenn es bereits wieder dunkel war. So darf man den Gegner einfach nicht zum Torerfolg kommen lassen. Dennoch waren wir spielerisch in der zweiten Halbzeit besser... Aber hatten etwas Pech im Torabschluss. Vielleicht waren wir auch nicht mehr so fokussiert, weil anhand des Spielstandes der Eindruck einstand, dass wir hier überrannt wurden. Dem war spielerisch aber nicht so. Wir hielten das Tempo mit und konnten es sogar im Mittelfeld bestimmen. Im Laufe der zweiten Halbzeit wurden wir immer besser und ließen den Ball und Gegner gut laufen. Jedoch gab es in der 56. Minute wieder einen Dämpfer. Ein harmloser Flachschuss aus der zweiten Reihe von halbrechts und unsere Torhüterin kann den Ball nicht festhalten. Der Abpraller rollt (wie sollte es auch anders sein) genau in die Füße der heraneilenden FFC-Stürmerin, die das Leder nur über die Linie zu drücken braucht. Pleiten, Pech und Pannen in Biesdorf. Es war heute einfach kein Tag, der unter einem guten "Stern" stand und so muss man anerkennen, dass wir hier zu recht verloren haben. Auch wenn der Spielstand viel zu hoch ausfiel. Ein 3:1 oder 4:2 hätte den Spielverlauf besser dargelegt. Aber so ist es manchmal... Hat man kein Glück, kommt auch noch Pech dazu. Wobei der FFC sein Glück auch erzwungen hat und wir bei den meisten der Tore echt Pech hatten, aber auch nicht ganz unbeteiligt waren. So. Nun können wir uns komplett auf die Liga konzentrieren und müssen unseren Fokus auf das kommende Spitzenspiel gegen Bero richten. Das wird erneut ein hartes Stück (Fußball)Arbeit.