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Spielbericht

 
So, 10.06.2018
SFC Stern 1900 gg. SV Lichtenberg 47 --> 2:4
 

 

Nachdem wir das Spiel gegen den Friedrichshagener SV aufgrund der "echt ärgerlichen" Ansetzungszeit von 18:15 an einem Dienstag und den damit verbundenen "Komplikationen" nicht antreten konnten, standen wir im letzten Spiel der Saison zu Hause auf dem Sterner dem SV Lichtenberg 47 gegenüber. Das Team haben wir in der ersten Runde des Pokals mit 4:1 nach Hause geschickt. Revanchiert haben sich die Lichtenberger Mädels dann im Hinspiel auf heimischen Platz mit einem bitteren 1:6. Da wir die letzten Spiele sehr erfolgreich bestritten, wollten wir heute die 3 Punkte holen. 

 
Jedoch kam es trotz der guten Vibes mal wieder anders. Eine völlig verpennte erste Halbzeit unserer Mädels, die die Emotionen an der Seitenlinie hochkochen ließ. Den Gegner frühzeitig attackieren? Fehlanzeige! Die Räume zustellen und schnell den Ball erobern? Fehlanzeige! Ball halten und schnell nach vorne kombinieren? Fehlanzeige! Also, alles das, was wir in den letzten Spielen über weite Strecken hervorragend demonstriert haben, war nicht mehr da. Es war, als wenn eine komplett andere Mannschaft auf dem Platz stand. Was nicht der Fall war, denn wir spielten mit (fast) der selben Startaufstellung wie gegen Buchholz. Aber wir agierten zurückhaltend, fast ängstlich, gegen einen körperlichen überlegenen Gegner. Wir suchten in der Offensive die Zweikämpfe, anstatt das schnelle Passspiel und in der Defensive vermieden wir die Zweikämpfe und ließen den Gegner sein Spiel aufziehen. So kam das Lichtenberger Team schnell zum ersten Treffer... der Ball konnte am Strafraum nicht geklärt werden, landete bei der Spielerin mit der Nummer 2, die böllerte direkt aufs lange Eck, unsere Torhüterin vergaß den Zwischenschritt und der Ball ging sauber ins Netz. Verhinderbares Tor? Jap. Zum Einen sollte der Ballverlust im Mittelfeld und der damit verbundene Konter bei schneller Passfolge kein Thema sein und zum Anderen war der Ball alles andere als unhaltbar. In Minute 6 lagen wir nun 0:1 hinten und ein wütendes Aufbäumen auf heimischem Boden sollte eigentlich die logische Konsequenz sein. Leider spielten wir so unkonzentriert weiter wie vor dem Gegentor. Unser Spielaufbau sah in einigen Szenen gut aus, aber leider waren wir zu passiv... Die 47er mussten nicht wirklich viel Aufwand betreiben, um unser Aufbauspiel zu zerstören und den Ball zu erobern. In Minute 26 wurde es mal wieder brenzlig an unserem Strafraum. Wir begleiteten die gegnerischen Spielerinnen, anstatt sie entscheidend zu stören. So konnte eine Lichtenbergerin aus 18 Metern abziehen und der Ball segelte über unsere Torhüterin, die zu weit vor dem Tor stand. Erneutes verhinderbares Tor? Erneutes "Jap". Das Kurzpassspiel am Strafraum könnte man energischer unterbrechen und die Anweisung an unsere Torhüterin bei einem Ball außerhalb des Strafraums auf der Linie zu stehen und nicht 3 Meter vor dem Tor, wurde ebenfalls nicht beherzigt. Also, 0:2. Keine 5 Minuten später, nämlich in der 25. Minute, stand es 0:3. Scheinbar hatten die Mädels genug, denn ein blitzschneller Spielzug über rechts in die Spitze mit den Station Sophie, Pauline und abschließend Zoe wurde in der 26. Minute mit dem 1:3-Anschlusstreffer belohnt. Es geht also doch. Aber unkonzentriert blieben wir weiterhin. Doch wir retteten uns in die Halbzeitpause. 
 
 
In dieser wurde es spieler- und trainerseitig etwas lauter und energischer in der Wortwahl. Wir waren selbstverständlich unzufrieden mit der gebotenen Leistung. Wussten wir doch, dass wir es besser können. Die Pausenzeit reichte aber um die Wogen auch wieder zu glätten und den Mädels ihre Fehler, aber auch ihre Stärken vor Augen zu führen. Das scheinen wir zu brauchen... Zeit um ins Spiel zu finden, Emotionen und eine deftige Ansprache. Denn nach dem Seitenwechsel legten wir richtig los. Lichtenberg kam kaum hinterher... Wir eroberten die Bälle durch konsequent geführte Zweikämpfe und kombinierten uns hervorragend an und in den Strafraum. Es war der Torhüterin zu verdanken, dass Lichtenberg nicht früher das Leder (erneut) aus dem Netz holen musste. Nichts war mehr von der unsicheren Spielweise aus der ersten Hälfte zu erkennen. Einzig die Chancenauswertung war hier in den ersten 20 Minuten der zweiten Hälfte zu bemängeln. Alles andere passte einfach zusammen. So war es wieder Zoe, die nach einer sehr guten Ballstafette den Ball ins Eck böllerte und damit auf 2:3 verkürzte. Wir spielten vollkommen befreit auf... Doppelpässe, Pässe in die Schnittstelle, kreuzen, überlaufen... Das sah alles sehr gut aus. Die Lichtenberger Mannschaft wurde langsam panisch, was den Spielerinnen und dem Trainerstab anzumerken und zu hören war. Sie waren einfach nicht in der Lage in dieser Spielphase ein Mittel gegen unsere Mädels zu finden. Der Bruch kam leider durch die Trinkpause. Danach fanden wir nicht mehr so gut ins Spiel zurück. Zumal es im Spiel noch zwei längere Unterbrechungen gab, da eine Spielerin von Lichtenberg zweimal im Strafraum fiel und das beide Male unglücklich auf den Kopf. Nach dem zweiten Mal musste der Rettungswagen gerufen werden, der sie auch schließlich vorsichtshalber ins Krankenhaus fuhr. An dieser Stelle erstmal gute Besserung und eine schnelle Genesung. Der Lichtenberger Trainer forderte in beiden Situationen (wie sollte es auch anders sein) sofort den Elfmeterpfiff, der in beiden Fällen ausblieb. Wir sahen es in beiden Situationen anders. Der Schiedsrichter ebenfalls. Rückblickend betrachtet sehe ich da immer noch kein elfmeterwürdiges Foul, auch wenn es in einer Situation knifflig war. Wie auch immer... Leider waren wir nicht mehr so zwingend wie vor den Unterbrechungen. Dies nutzte Lichtenberg eiskalt, in dem sie die einzige Chance der zweiten Hälfte eiskalt nutzten. Der Ball wurde aus der eigenen Hälfte über unsere Abwehrreihe geklärt und die offensive Spielerin war eine Spur "gedankenschneller", erlief den Ball und konnte nicht mehr eingeholt werden. Der Ball war nicht besonders gut geschossen und unsere Torhüterin war noch dran. Aber der Ball fand den Weg trotzdem noch ins Tor. Mein Jubel über die Parade erstickte im Jubel der gegnerischen Mannschaft, als der Ball über die Linie rollte. 2:4. Ein paar Minuten später wurde das Spiel abgepfiffen.
 
 
Auch wenn wir etwas enttäuscht waren, konnten wir dennoch das Positive aus der Niederlage mitnehmen. Denn das Spiel haben wir eindeutig in der ersten Halbzeit verloren. Dieselbe konsequente Spielweise wie in Halbzeit 2 über beide Halbzeiten, hätte uns sicherlich den Sieg, aber mindestens ein Unentschieden eingebracht. Jetzt sehen wir der nächsten Saison mit freudiger Erwartung entgegen, da wir uns mittlerweile auf dem Großfeld (und den damit verbundenen Anforderungen) aklimatisiert haben. Auch wenn wir dann hauptsächlich mit dem jüngeren Jahrgang (2005) antreten werden, ist der Altersunterschied zu den anderen Mannschaften nicht mehr ganz so groß wie in der abgelaufenen Saison. Das war nun der letzte Spielbericht. Man liest sich in der neuen Saison wieder.